peter-moser's posterous http://austrianwineguide.com Most recent posts at peter-moser's posterous posterous.com Mon, 01 Nov 2010 04:58:00 -0700 Masseto Vertikale http://austrianwineguide.com/masseto-vertikale http://austrianwineguide.com/masseto-vertikale
20 Jahre Masseto
Merlot der Superlative aus Bolgheri.

Alle 21 bisher produzierten Jahrgänge des legendären Merlots der Tenuta dell’Ornellaia im toskanischen Bolgheri standen sich bereits im März 2008 bei einer von WeinArt Österreich in Steinbach am Attersee organisierten Probe der Extraklasse gegenüber. Für viele der Verkoster, mit dabei war auch der Ornellaia-Kellermeister Axel Heinz, bot sich erstmals die Gelegenheit, die komplette Serie der gesuchten Merlot-Ikone bei einer einzigen Verkostung zu probieren. Im Oktober 2010 kam es in Leogang im Krallerhof erneut zu einem Masseto-Gipfeltreffen und zum zweiten Mal wurde eine komplette Serie von 21 Jahrgängen (diesmal ohne den Proto-Masseto aus 1986, dafür mit 2007) degustiert. Axel Heinz war auf Einladung von Werner Feldner, dem Organisator der tollen Probe, wieder mit dabei und begeisterte die 30 aus aller Herren Länder extra angereisten Weinliebhaber(innen) mit seinen Ausführungen.

War es Zufall oder doch eher Schicksal, als man sich im Jahr 1986 entschied, die vielversprechenden Merlot-Trauben aus der Lage Masseto separat auszubauen? Auf jeden Fall trat der kostbare und legendäre Cru innerhalb kürzester Zeit seinen Siegeszug an. Auf allen Weinauktionen der Welt wurde er zu einem begehrten Sammlerwein. Das war wohl gar nicht so geplant, trug doch der erste Jahrgang ganz schlicht den Namen Merlot. Doch bereits  1987 erhielt er von Marchese Lodovico Antinori seinen endgültigen Namen »Masseto«, dessen Klang Rotweinfreunde in aller Welt vorfreudig aufhorchen lässt. Heute gehört die Tenuta dell’Ornellaia einem von Marchsi di Frescobaldi dominierten Konsortium, dem auch eine russische Gruppe sowie Michael Mondavi angehören. Peter Moser war der beneidenswerte Chronist beider faszinierenden Verkostung.

90 (Masseto) 1986 Ornellaia Merlot
Der erste Jahrgang erschien noch in einem anderen Gewand als jenem, das wir heute kennen. Mit einem kaffeebraunen Etikett des Weinguts Tenuta dell’Ornellaia ausgestattet, erblickte der »Merlot Toscano« das Licht der Welt. Der Name der Lage Masseto scheint noch gar nicht auf. Am 15. September wurden die Trauben geerntet, der Ausbau erfolgte bereits für 24 Monate in neuen französischen Barriques. Eine extreme Rarität, von der nur mehr wenige Flaschen existieren:

Mittleres Granatrot mit zartem Ocker- und Wasserrand. In der Nase einladende Nuancen von Waldbeerenkonfitüre, etwas nach Kirschen, zarte Dörrobstnoten, mineralische Nuancen, angenehme Edelholzwürze. Am Gaumen elegant und ausgewogen, zeigt eine feine Textur, runde Tannine, wirkt zart bis mittelgewichtig, fast burgundische Feinheit, rotbeerige Nuancen im Nachhall, hat noch sicheres Reifepotenzial, überrascht mit seiner Jugendlichkeit und Frische.
! Trinken/lagern + 10 Jahre (03/08)

88 Masseto 1987
Ein Jahr, das von einem ungewöhnlich heißen Juli und etwas Regen im August geprägt war. Die Lese erfolgte am 13. September, der Ausbau für 16 Monate in französischen Barriques. Von allen Weinen der Gesamtserie zeigte einzig dieser Wein bereits einen Anflug von Reife, der anzeigt, dass hier der Höhepunkt bereits überschritten ist.

88
Mittleres Rubingranat, breitere Randaufhellung, Wasserrand. In der Nase zart blättrige Nuancen, deutlich von Dörrobst geprägt, zeigt bereits gewisse Alterserscheinungen. Auch am Gaumen klar weiter fortgeschritten als der Premierenjahrgang 1986, süße Textur, die etwas weitmaschiger wirkt, Noten von Erdbeerkonfitüre, Zwetschkenröster im Abgang, baut insgesamt schon etwas ab. ! Trinken (03/08)

88
Mittleres Rubingranat, breitere Randaufhellung, Wasserrand. In der Nase zart nach Dörrobst, ein Hauch von Liebstöckl, feine Trockenkräuter, Orangenzesten, reife Nuancen nach Milchschokolade. Am Gaumen frisch, eher rotbeerige Nuancen, feine Extraktsüße, angenehm strukturiert, zart nach Dörrobst, süßer Schmelz im Abgang. (10/10)

92 Masseto 1988
1988 war ein generell recht heißes, bis hin zur Ernte am 14. September von warmem Wetter geprägtes Jahr. 17 Monate reifte der Wein in Barriques heran.

Kräftiges Granatrot, dunkler Kern, recht eindrucksvolle jugendliche Farbe. In der Nase feinwürzige Nuancen von Trockenkräutern, dunkles Beerenkonfit, ein Hauch von Amarenakirsche, angenehme Edelholzanklänge. Am Gaumen saftig, getragen von einem süßen, aber präsenten Tannin, dabei elegant und rotbeerig, zeigt eine eindrucksvolle Frische, sehr trinkanimierender Stil, der eindrucksvollste Masseto der Achtzigerjahre, hat sehr gutes weiteres Lagerpotenzial. (03/08)

Kräftiges Granatrot, dunkler Kern, recht eindrucksvolle jugendliche Farbe. In der Nase lebendige dunkle Beerenfrucht, feine Kräuterwürze, Heidelbeeren un Amarenakirschen, mineralisch und vital. Elegant, mittlerer Körper, präsente Tannine, frisches Säuregerüst, feine Extraktsüße unterlegt, bleibt gut haften, nach wie vor einiges an weiterer Lebenserwartung.
! Trinken/lagern + 15 Jahre (10/10)

90 Masseto 1989
Nachdem die Witterungsbedingungen im Sommer mit Hitzespitzen im August den Reifeprozess verlangsamt hatten, kam es für den Masseto in diesem Jahrgang zu einer regelrechten »Spätlese«. Diese erfolgte am 28. September, denn nach Regenfällen am 20. September musste man nochmals zuwarten. Dafür blieb der entstandene Wein nur für ganze elf Monate im neuen Holz.

90
Mittleres Granatrot, breiter Ockerrand, aufgehellte Farbe. In der Nase feines Beerenkonfit, entwickelt ein fast bordeleskes Bukett, zart ledrig-animalische Nuancen, ein Hauch von Teer, aber auch Erdbeerkonfit. Am Gaumen wieder zarte tabakige Nuancen, weist eine angenehme, dezent malzige Süße auf, mittlere Textur, wirkt bereits sehr offen und zugänglich, bereitet unmittelbares Trinkvergnügen, sollte nun aber bald genossen werden. (03/08)

90+ Magnum
Mittleres Granatrot, breiter Ockerrand, aufgehellte Farbe. In der Nase ein Hauch von Cassislikör und kandierte Veilchen, Orangenzesten, Nuancen von Feuerstein, Efeublätter, sehr indivuelles, fast burgundisch anmutendes Bukett. Saftig, seidige Tannine, rund und weich, opulent, etwas weitmaschig im Nachhall, bleibt dann im Finale etwas kürzer als erwartet. Eine sehr schöne Überraschung, sehr speziell, betörend im Bukett.
! Trinken (10/10)

93 Masseto 1990
Schönes Wetter mit heißen Temperaturen und etwas Regen im August erlaubte in Bolgheri eine frühe Ernte aller Sorten, auch der Merlot wurde bereits am 5. September eingebracht. 14 Monate verbrachte der Wein im Barrique, nach weiteren 26 Monaten wurde er auf den Markt gebracht.

93 Magnum
Kräftiges Rubingranat, zarte Aufhellung, Ockerrand. In der Nase reife Weichselfrucht, Nuancen von Zwetschken, feine Holzaromen nach Gewürzen und Vanille. Am Gaumen rotbeerig und frisch, geprägt von einer delikaten, ungemein rassigen Struktur, Nuancen von Sauerkirsche, sehr eleganter und ausgewogener Körper, fast zart anmutend, bleibt sehr gut haften, bereitet viel Trinkvergnügen, hat Klasse. ! Trinken/lagern + 15 Jahre (03/08)

91 Magnum
Kräftiges Rubingranat, zarte Aufhellung, Ockerrand. In der Nase zarter Edelholztouch, feine Trüffelnote, florale Nuancen, rauchig, intensive Gewürzanklang. Enorm rassige Struktur, feine Noten von Sauerkirschen, zitroniger Anklang, knackig und frisch, rotbeerig im Abgang, bleibt gut haften, Weichselfrucht im Abgang, animierender, zeitloser Speisenbegleiter, allerdings noch kein großer Masseto. (10/10)

90 Masseto 1991
Auch in Bolgheri ein etwas kühlerer Jahrgang. Ein trockener Sommer und eine empfindliche Abkühlung Mitte August führten zu einer späteren Ernte, der Masseto-Merlot war mit Lesetagen am 11. und 17. September ohnehin früh dran. Auf zwei Jahre im neuen Barrique folgten noch zwei Jahre auf der Flasche, bevor der Verkauf gestartet wurde.

90
Mittleres Rubingranat, zarter Ockertouch, Wasserrand. In der Nase zart rauchige Würze, Waldbeerkonfit, das Bukett wirkt nicht ganz präzise, etwas verwaschen. Am Gaumen Kirschenfrucht, etwas forderndes Tannin, das eher grobkörnig wirkt, in der Textur nur mittelkräftig, ja fast leichtfüßig, feine Extraktsüße im Nachhall, mittlere Länge. ! Trinken

90
Mittleres Rubingranat, zarter Ockertouch, Wasserrand. In der Nase rauchig, feine Trüffel-Teernoten, sehr feines, einladendes Bukett, süße Piemontkirschen. Mittlerer Körper, angenehme Kirschenfrucht, ausgewogen, angenehme Säurestruktur, mittlere Länge, schon etwas über den Höhepunkt. Eher ein unkompliziertes Weinchen (sagt Axel Heinz, der Kellermeister.....) Da hat er ganz Recht, der Wein ist dafür allerdings einfach zu teuer.

91 Masseto 1992
Einem etwas feuchten Juni folgte ein ungewöhnlich heißer Sommer, im Herbst gab es wieder etwas Regen. Geerntet wurde der Masseto allerdings noch rechtzeitig, am 5. und 12. September, für den Ornellaia-Cabernet dauerte es dann bis 17. Oktober. Um unnötige Gerbstoffnoten zu verhindern, entschied man sich, die Trauben völlig zu entrappen, der Ausbau erfolgte für 24 Monate in neuen französischen Barriques.

91
Kräftiges Rubingranat, dunkler Farbkern, violette Reflexe, breitere Randaufhellung. In der Nase zart blättrige Nuancen, feines Beerenkonfit, unterlegt mit einem feinen karamelligen Hauch, Vanilleschoten klingen an, etwas Goudron, mit Luft kommen leicht animalische Anklänge dazu. Am Gaumen ausgewogen, kernige Tannine, saftiges Waldbeerkonfit im Nachhall, bereitet für einen sogenannten kleineren Jahrgang einiges Trinkvergnügen.
! Trinken/lagern + 10 Jahre (03/08)

90 Magnum
Kräftiges Rubingranat, dunkler Farbkern, violette Reflexe, breitere Randaufhellung. In der Nase würziger Goudron, kandierte Veilchen, etwas feuchte Wolle, (Mercaptan), rauchige Würze. Mineralisch, präsente Tannine, frische Kirschenfrucht unterlegt, etwas trockene Tannine, zart nach Bitterschokolade im Nachhall, etwas vegetal im Nachhall. (Eher meiden, vegetale Noten, nicht ganz reife Anklänge)
! Trinken/lagern (10/10)

92 Masseto 1993
1993 gab es einen recht zeitigen Frühling, dem ein sehr warmer und stabiler Sommer folgte, erst Ende September traten Regenfälle auf – da war der Masseto-Merlot längst im Keller (geerntet wurde am 5. und 22. September). Die Trauben wurden entrappt, der Ausbau erfolgte wieder für zwei Jahre in neuen französischen Barriques.

94
Mittleres Rubingranat, violette Reflexe, zarter Wasserrand. In der Nase öffnet sich dieser Wein etwas zaghafter, wirkt zunächst verhalten. Feine Weichselaromen, Vanille, Edelholzanklänge, mineralische Nuancen entwickeln sich mit mehr Luft. Am Gaumen präsentiert sich eine elegante Extraktsüße, saftige Kirschenfrucht, sehr harmonische Textur mit perfekt eingebundenen Tanninen, frisch und fast locker gewoben wirkend, mit feinen Zitrusnuancen im Finale, sehr gute Länge, hat einen ersten Trinkhöhepunkt erreicht.
! Trinken/lagern + 20 Jahre (03/08)

92 (etwas schwächere Flasche)
Mittleres Rubingranat, violette Reflexe, zarter Wasserrand. In der Nase feines Leder, rauchig-tabakige Würze, warme Waldbeerfrucht, sehr attraktiv, ätherische Nuancen, ein Hauch von Minzöl. Stoffig, kraftvolle Tannine, feine Kirschfrucht, extraktsüß unterlegt, sehr ausgewogen, jetzt auf einem ersten Höhepunkt, mineralischer Nachhall, leicht trocken im Finish. Dekantieren!
! Trinken/lagern + 20 Jahre (10/10)

91 Masseto 1994
Ein recht sonniges Jahr ließ den Merlot rasch austreiben, auch über den Sommer hinweg war es sehr heiß mit geringen Niederschlägen, die Weinlese erfolgte am 4. und 15. September. Zwei Jahre reifte der Masseto in neuen Allier-Barriques heran und ruhte bis zum Verkaufsbeginn weitere 18 Monate auf der Flasche.

91 Magnum
Kräftiges Rubingranat, dezenter Ockertouch, zarter Wasserrand. Intensive Beerennase, zarter Nougat, feine tabakige Nuancen, kräftige Weichselfrucht, Amarenakirschen. Am Gaumen elegant und frisch, sehr harmonisch angelegt, saftige Textur, nach Herzkirschen, bleibt sehr gut haften, zarter Bitterschokotouch im Abgang.
! Trinken/lagern + 15 Jahre (03/08)

?
Kräftiges Rubingranat, dezenter Ockertouch, zarter Wasserrand. In der Nase dunkle Würze, zart nach Trüffel (ganz zarter Kork-Depscher?), jedenfalls nicht so brillant. Zart bitter, trockene Tannine,  schwierige Flasche, so nicht zu bewerten. Möglicherweise ein suspekter Jahrgang bei diesem Wein. (10/10)

93 Masseto 1995
Einem späten Frühjahr folgte eine Blüte Ende Mai. Die letzten Junitage und der Julibeginn waren recht kühl, dann folgte ein Monat mit großer Hitze. Im August setzte Regen ein, die Temperaturen sanken wieder, bereits am 4. und 13. September wurden die Trauben für den Masseto gelesen. Wie bereits üblich wurde der Wein für zwei Jahre in neuen Fässern aus Allier- und Neverseiche ausgebaut.

92
Mittleres Rubingranat, zarte violette Reflexe, breiterer Ockerrand. In der Nase zart rauchige Kräuterwürze, ein Hauch von Liebstöckl, unter dem dunklen Beerenkonfit auch Nuancen von Tabak und Velours. Am Gaumen erstaunlich frisch und rassig, rotbeerig-kirschige Frucht, zart animalischer Anklang, feine, aber dennoch markante Tannine, die sehr gut integriert sind, große Länge, sicheres Entwicklungspotenzial.
! Trinken/lagern + 15 Jahre (03/08)

93
Mittleres Rubingranat, zarte violette Reflexe, breiterer Ockerrand. In der Nase zart rauchige Kräuterwürze, ein Hauch von Liebstöckl, unter dem dunklen Beerenkonfit auch Nuancen von Tabak und Velours. Zarte Dörrobstanklänge, mittlerer Kraft, wirkt kraftvoll, reife süße Waldbeeraromen, sehr fein integrierte Tannine, feine schwarze Kirschen und Trüffeln im Nachhall, zart nach Bitterschokolade im Abgang, elegant und bereits gut entwickelt. Tendenz positiv.
! Trinken/lagern + 15 Jahre (10/10)

95 Masseto 1996
Nach kühlen Bedingungen im Frühling war die Vegetation etwas später dran, der Sommer brachte gutes, aber kein extrem heißes Wetter. Etwas Regen im August verspätete das Ausreifen der Trauben. Anfang September stiegen die Werte wieder an, und so wurde die Ernte von 8. bis 12. September eingebracht.

95
Magnum
Kräftiges Rubingranat, dunkler Farbkern, violette Reflexe, breitere Randaufhellung. In der Nase dunkle Beerenfrucht, sehr attraktiv, feine tabakige Würze, zarte Anklänge an Veloursleder. Am Gaumen saftig und gut entwickelt, feine animalische Nuancen, etwas Bitterschokolade, Kakao, süße und opulent angelegte Textur, das Tannin ist seidig und völlig integriert, frisch und zitronig strukturiert, angenehme ätherisch-florale Noten im Finale, gute Länge, dunkle Beeren und Weichseln im Nachhall. Bereits entwickelt und auf einem ersten Trinkhöhepunkt angelangt. Vielleicht nicht der komplexeste Masseto, aber dafür voll Charme und Frische. ! Trinken/lagern + 15 Jahre (03/08)

?
Kräftiges Rubingranat, dunkler Farbkern, violette Reflexe, breitere Randaufhellung. In der Nase so oben (nur in Minimenge wegen einer Korkflasche), möchte ich so nicht neu beurteilen. (10/10)

95 Masseto 1997
Ein warmer Frühling wurde Mitte April durch Frost unterbrochen, etwas Regen Ende des Monats verlangsamte den vegetativen Zyklus zusätzlich. Ab Mai setzte warmes und trockenes Wetter ein, der Sommer war sogar sehr heiß. Die Trauben reiften sehr schnell, bereits am 25. August wurde mit der Ernte begonnen, die unter idealen Bedingungen Anfang September abgeschlossen wurde. Das Ergebnis war ein sehr stoffiger, konzentrierter Masseto, in mancherlei Hinsicht stilistisch ein Prototyp für den mittlerweile legendären 2001er.

97
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarter Wasserrand. In der Nase zunächst sehr kräuterwürzig, etwas Schokolade, Noten von Teer, fast schiefrige Nuancen, darunter dunkle Beeren, Zwetschke, Lakritze und Weichselfrucht, feine Edelhölzer klingen an, braucht einige Luft. Am Gaumen süß und elegant, saftig wie flüssige Schokolade, Karamell, bei aller Konzentration aber doch nicht zu opulent, stoffige, runde Tannine, sehr strukturiert, feines Zwetschkenkonfit im Nachhall, bleibt lange haften, feine rotbeerige Nuancen im Rückgeschmack. Ein Wein, der durchaus noch lagern sollte, um seine Extraklasse ganz zur Geltung bringen zu können.
! Lagern/trinken + 20 Jahre (03/08)

97
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarter Wasserrand. In der Nase deutliche Nuancen von getrockneten Kräutern, ein Hauch Minze, etwas Macchia, dunkle Beerenfrucht unterlegt von feinen Terroirnoten, sehr facettenreich und verführerisch. Am Gaumen hochelegant, saftig und mit seidigen Tanninen ausgestattet, die aber eine gute Präsent zeigt, feine Zwetschken-Kirschfrucht, sehr harmonisch, bleibt sehr gut haften, hat keine Ecken und Kanten, ein ungemein zugänglicher, finessenreicher Stil, zarte Nuancen von Feuerstein im Nachhall, bereits sehr schön zu trinken, hat noch sehr gutes weiteres Potenzial, der erste wirklich große Masseto.
(05/09)

95
Dunkles Rubingranat, breiterer Ockerrand. In der Nase zart tabakig-vegetal unterlegt, dunkle Mineralik, zart nach Lakritze, Herzkirschen, Pfeifentabak à la Borkum Riff. Stoffig, sehr kraftvoll, präsente Tannine, intensiver Schokoladetouch, wirkt sehr dicht und komplex, fast eine Spur sperrig, hat in dieser Phase etwas zugemacht, ist eine Ruhephase eingetreten. (Eher kurzfristig dekantieren). Konnte diesmal nicht wie gewohnt überzeugen.
! Trinken/lagern +15 Jahre (10/10)

95 Masseto 1998
Ein milder Winter erlaubte einen frühen Austrieb im Frühling. Es folgte ein sehr heißer Sommer mit geringen Niederschlägen. Unter sehr guten Witterungsbedingungen konnte zwischen 3. und 9. September geerntet werden.

95 Doppelmagnum
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase dunkle Beerenfrucht, nach Weichseln und Brombeeren, zart würzig, etwas Schokolade klingt an. Am Gaumen elegant und süß, stoffige Textur, etwas Nougat, feine tabakige Noten, extraktsüß und lange anhaltend, hat sehr gutes Potenzial, etwas austrocknende Tannine im Finish, dunkle Beeren im Rückgeschmack. Dieser Masseto ist ein weiterer Beweis für den berechtigten Sonderstatus dieses Weins aus toskanischem Merlot.  (03/08)

95 Magnum
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase intensive dunkle Beerenfrucht, Lakritze und Brombeeren, attraktives Bukett. Saftig, kernige Tannine, schwarzes Beerenkonfit, salzige Mineralik, dunkle Schokolade im Nachhall, sehr gutes Zukunftspotenzial.
! Trinken/lagern + 20 Jahre

95 Masseto 1999
Nach einem eher kalten Winter folgten ein normaler Frühling und ein verhältnismäßig ausgewogener Sommer, der eine recht gleichmäßige Ausreifung der Trauben bewirkte. In der zweiten Septemberwoche wurde die Lese eröffnet und nach einer Woche abgeschlossen.

93
Magnum
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase feine Kräuterwürze, zart rauchige, zart animalische Nuancen, blättrige Anklänge, dunkle Weichselfrucht, reife Zwetschken. Am Gaumen schokoladige Textur, fast pfeffrige Nuancen, kraftvolle Tannine, dicht und anhaltend, zart röstige Aromen im Nachhall, feine Vanille, sehr gute Länge, bereits gut antrinkbar.
! Trinken/lagern + 15 Jahre (03/08)

95
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase zarte Dörrobstanklänge, intensive Kräuterwürze, Kirschenfrucht. Am Gaumen harmonisch, elegant, sehr gut integrierte Tannine, überraschend gut, frische Säurebogen, sehr trinkanimierend, heute perfekt in Schuss. War stets eher verschlossen, zeigt sich heute generös. Ein vertitabler Vorbote für den genialen 99er, zeigt bereits die seidige und nahtlose Manier dieses großartigen Gewächses, keinerlei vegetale Anklänge, da macht es Sinn, danach zu suchen.
! Trinken/lagern + 20 Jahre

94 Masseto 2000
Nach einem milden Winter folgte ein sonniger Frühling mit durchschnittlichen Temperaturen. Sommer und Herbst verliefen ebenso mit viel Sonne, so konnte mit der Merlot-Ernte bereits
Ende August begonnen werden. Der Ausbau erfolgte für zwei Jahre in neuen Barriques.

94 Magnum
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase feines dunkles Beerenkonfit, ein Hauch von Zwetschkenröster, feine Edelholznuancen, zugängliches Bukett. Am Gaumen tolle Harmonie, saftig und komplex, frische Struktur, angenehme Kakao- und Schokoladeanklänge, weist eine markante Extraktsüße auf, Nuancen von Lakritze, recht gute Länge, dunkle Frucht im Nachhall. Ein sehr präsenter und auch schon zugänglicher Wein, der offenbar noch zulegen kann. (03/08)

94
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase reife dunkle Beerenfrucht, zarte Trüffelnote, kandierte Orangen, ein Hauch von Marzipan, mit Luft feine Kräuterwürze. Süße Kirschen, schokoladige Tannine, die den Weine weit tragen, dunkle Beeren im Nachhall, bleibt enorm lange haften, dicht und reif, zeigt den sonnenverwöhnten Jahrgang, ist aber insgesamt noch etwas unterentwickelt, große Zukunft, salzige Mineralik im Nachhall.
! Trinken/lagern + 15 Jahre (10/10)

100 Masseto 2001
Wie so oft stand an der Wiege eines großen Weines ein Frühjahrsfrost, der die Erträge auf natürliche Weise reduzierte. Nach einem warmen und gleichmäßigen Sommer konnten perfekt gereifte Trauben geerntet werden. Speziell von der amerikanischen Presse (100 pt. WS) wurde dieser außerordentliche Masseto nicht zu Unrecht in den Himmel gehoben. 2001 entstand ein sehr eigenständiger Masseto, der sich von den bisher produzierten stilistisch doch deutlich unterscheidet.

100 Magnum
Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase vielschichtig, intensive dunkle Beerenfrucht, reife Zwetschken und Weichseln, nach südlichen Kräutern und süßer Vanille, Edelholznuancen. Am Gaumen ungemein kraftvoll, saftig und extraktsüß, ungemein druckvoll, fordernde, mächtige Tannine, die von einer Schokoladetextur bedeckt sind, ein Masseto, der noch mehr durch sein Volumen als wie üblich durch seine Finesse beeindruckt, aber dennoch keinesfalls plump ausgefallen ist. Große Länge, mineralisch im Nachhall, Nuancen von Weichseln, Lakritze und Süßholz im Rückgeschmack. Eine Verlockung, der man erst einmal widerstehen können muss! Es wird sich jedoch sicher lohnen zu warten. Jedenfalls ein Wein, der Profis wie Laien überzeugen wird, selbst jene, die sonst um Rotwein einen Bogen machen.  (03/08)

100
Weinfreund, was willst du mehr: Dunkles Rubingranat, opaker Kern, sehr junge Farbe, Randaufhellung. In der Nase feines dunkles Beerenkonfit, zarter Trüffel, facettenreich, aber in nobler Weise zurückhaltend. Lockt auf den Gaumen, schwelgerische Extraktsüße, perfekte Tannine, ungemein stoffig und doch nie laut. Ganz groß, da fehlen die Worte, weil man sich ganz dem Genuss hingibt..
! Trinken/lagern + 30 Jahre (10/10)

92 Masseto 2002
Bis zum 10. August verlief dieses Jahr relativ normal und problemlos. Dann setzten sehr feuchte Bedingungen allen zu großen Erwartungen ein Ende. Mit großem Arbeitsaufwand im Weingarten konnte man schließlich zwischen 4. und 25. September ernten. Der Barriqueausbau dauerte 20 Monate.

90
Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase frische Kirschenfrucht, zart blättrig unterlegte Cassisnuancen, zart balsamische Anklänge, feine Edelholzwürze. Am Gaumen saftige Eleganz, frisch strukturiert, sehr trinkanimierend, weil bereits recht zugänglich, Weichseln, dunkle Beeren im Nachhall, insgesamt etwas leger. ! Trinken/lagern + 10 Jahre (03/08)

92
Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase rauchig, süße dunkle Beeren, etwas Zedernholz, mineralisch-balsamische Anklänge, Trüffelnote, ungemein facettenreich. Stoffig, kraftvoll, etwas kernige Tannine, zart nach Bitterschoko, feine Dörrobstanklänge im Abgang. Sehr gute Entwicklung, etwas rustikal im Abgang, hat aber einiges anzubieten.
! Trinken/lagern + 20 Jahre (10/10)

93 Masseto 2003
Große Hitze und so gut wie keine Niederschläge (bei Ornellaia registrierte man 14 mm von Ende April bis in den frühen September) waren signifikant für das Jahr 2003. Nachdem es im Vorjahr recht ordentliche Niederschläge gegeben hatte, waren noch ausreichend Reserven im Boden vorhanden, die Reife in den Sektionen des Weinberges war allerdings sehr unterschiedlich. Auf den wärmeren Böden vulkanischen Ursprungs im oberen Bereich (Masseto Alto) wurde bereits am 25. August gelesen, im Mittelteil mit kühleren Lehmböden war man erst am 18. September am Ziel. Rigorose Selektion der Trauben zunächst im Weingarten und später im Keller waren unabdingbar, dabei wurde der Ertrag bereits um 40 % verringert. Mit der Entscheidung, für die definitive Cuvée nur die Merlots aus dem Masseto Centrale zu verwenden, erfolgte eine zweite Zäsur. So entstand ein sehr kraftvoller, konzentrierter Wein, der 24 Monate lang in neuen französischen Barriques heranreifen durfte.

Dunkles Rubingranat, fester Farbkern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase sehr reife Kirschenfrucht, etwas Biskuit, zarte tabakige Nuancen unter einem süßen Konfitton,
dezenter Dörrobstanklang. Am Gaumen sehr stoffig und extraktsüß, versteckt seine einem Zinfandel verwandte Kraft (jenseits von 15 %) hinter einer finessenreichen, frischen Struktur,
etwas gekochte Frucht, Noten von Dörrzwetschken, zarte Anklänge von Nougat und Kakao, hat eine gute Länge, sollte noch etwas lagern, um an Harmonie zu gewinnen. (03/08)

93
Dunkles Rubingranat, fester Farbkern, erste Ockerreflexe, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase feine balsamische Anklänge, zart nach Orangenkonfit, etwas Kirschlikör, ein Hauch Kakao, feine Dörrobstanklänge, Zwetschkenröster, tabakige Noten, mit Luft einige Tropfen Maggi. Am Gaumen reife Frucht, wirkt sehr kraftvoll, zart amaronehafte Nuancen von den eingetrockneten Beeren, etwas gekochte Frucht, schokoladige Nuancen, feinwürzig im Nachhall, zart nach Trockenkräutern im Abgang, ein Masseto, der etwas aus dem Rahmen fällt, aber den Jahrgang sehr gut abbildet. Hier ist keine Eile geboten, wird eher mit Flaschenreife an Harmonie gewinnen.
 (05/09)

93
Dunkles Rubingranat, fester Farbkern, erste Ockerreflexe, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase schokoladig unterlegte Trüffelfrucht, Kirschlikör, etwas Lakritze, rauchige Kräuterwürze, öffnet sich erst recht zaghaft. Kraftvoll, süßes Waldbeerkonfit, enorme Extraktsüße, die durch reichlich Glyzerin verstärkt wird, wieder schokoladig, zeigt seinen Hitze erst im Nachhall, feine Valrhona-Noten im Abgang, ein Monster zum Knuddeln. Atemberaubender Wein.
Trinken/lagern +20 (10/10)

97 Masseto 2004
Ein milder Sommer mit einem heißen August ließ die Merlottrauben sehr einheitlich ausreifen, es herrschten nahezu ideale Bedingungen. Geerntet wurde in den höheren Teilen der Lage bereits am 13. September, in der Mitte und im unteren Teil des Weinbergs zwischen 17. und 21. des Monats. Der Ausbau des Weins erfolgte über 24 Monate in Barriques. Nach Abschluss des ersten Jahres wurde die Cuvée gemacht und der Wein wieder auf die Barriques verteilt.

96
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase dunkle Beeren, dazu sehr feine florale Nuancen, stoffig und einladend, feine Holzwürze, mineralischer Touch. Am Gaumen sehr stoffig, elegant, feinwürzige Textur, noch ist das Holz nicht ganz integriert, wirkt noch eine kleine Spur fordernd, ein sehr kerniger Stil, braucht noch seine Zeit, feine Extraktsüße mit saftigem Fruchtschmelz im Nachhall, dunkle Kirsch-Lakritz-Note im Rückgeschmack. Hier reift ein großer Masseto heran.
! Lagern (03/08)

95
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase sehr verführerische dunkle Beerenfrucht, zart floral, ein Hauch von Lakritze und Brombeeren, dezente ätherische Anklänge, feine Holzwürze, angenehmer tabakiger Touch, zarter Hauch von Dörrobst. Am Gaumen saftig und hochelegant, profitiert von einem finessenreichen Säurebogen, feine Brombeernoten, mineralische Akzente, nicht ganz so massiv, dafür kernig, perfekt eingebundene, samtige Tannine, schokoladiger Nachhall, extraktsüßes Finale, feine Noten von kandierten Orangenzesten, bereits sehr elegant und balanciert, ein nahtloser Stil, schon heute ein perfekter Speisenbegleiter.
! Trinken/Lagern +20 (05/09)

 97
Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase intensives dunkles Beerenkonfit, kandierte Veilchen und weißer Trüffel, herrliche Waldbeernote, betörender Duft, zarte Trockenkräuter, etwas Nougat und Kardamom. Kraftvoll, feine Schokonote, ungemeine Frische, nahezu perfekte Tannine, ein Hauch von Rumtopf, bleibt minutenlang haften, zeigt wieder seine seidige Seite, den nahtlosen Stil.
 ! Trinken/Lagern +20 (10/10)

91 Masseto 2005
 Kalter Winter, milder Frühling, gefolft von einer recht frühen Blüte führte zu einem baldigen Austrieb. Juni und Juli waren sehr trocken und heiß, Mitte August gab es etwas Regen. Ende August waren die Werte der Polyphenole sehr hoch, man wartete mit der Ernte noch zu, die Lese erfolgte bis Ende September. Das Ergebnis eines insgesamt schwierigen Jahres ist respektabel, aber nicht gerade umwerfend, obwohl sich eine recht beachtliche, positive Entwicklung nicht verleugnen lässt.

(90-92) Fassprobe
 Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase noch etwas primärfruchtig, dunkle Beeren, etwas Weichsellikör, mit rauchiger Edelholzwürze und Vanilleschoten unterlegt. Am Gaumen kraftvoll, tanninreich, die Tannine sind jetzt noch etwas fordernd, bereits auf dem Weg zur Eleganz, schwarze Beeren klingen an, das neue Holz dominiert im Abgang klarerweise noch etwas, gemessen am schwierigen Jahrgang recht viel versprechend. (03/08)

91
 Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase intensiver Zwetschkenröster, tabakig-vegetal unterlegt, zunächst ein Touch von getrockneten Liebstöckl, zedrige Nuancen, zart nach Lakritze und Bitterschokolade, blättrige Würze. Am Gaumen opulent, reife dunkle Beerenfrucht, extraktsüße Nuancen, etwas fordende Tannine, die noch etwas fordernd sind, zart salzige Noten im Abgang, zarter Bitterschokotouch und Erdbeerkonfit im Nachhall, es fehlt im Abgang, etwas die Komplexität, leichte Adstringenz im Finale, sicher ein guter Speisenbegleiter, aber die Tannine sind ohne Zweifel etwas rustikal, was sich auf Dauer auswirken könnte. (05/09) ! Lagern +15

94
 Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. In der Nase faszinierendes Bukett, Lakritze, Veilchen, Cassislikör, Orangenzesten, ungemein ätherisch, fast in Richtung Eukalyptus. Saftig, sehr komplex, salzig unterlegte dunkle Beerenfrucht, feine vegetale Würze, das Tannin ist wesentlich eleganter geworden, hat sich ausgezeichnet entwickelt, großes Potenzial. Tolle Steigerung!
 ! Lagern +25 (10/10)

97 Masseto 2006
 Einem feuchten Winter folgte die Blüte in der ersten Juniwoche. Der Sommer verlief fast ohne Regen, nicht sonderlich heiß und endete in perfekten Erntebedingungen. Der Wein ist ungewöhnlich konzentriert, mit mehr Extrakt, Tannin und Säure als üblich. Ein optimales Jahr.

(94-96+) Fassprobe
 Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe. In der Nase feine Holzwürze mit zart balsamischem Touch, intensive Weichselfrucht, rote Kirschen, etwas Vanille, Zitruszesten, etwas Bitterschokolade und rauchige Edelholznoten. Am Gaumen saftige Waldbeerfrucht, sehr rassige Struktur, Erdbeernuancen, wirkt enorm lebendig, bereits gut integrierte Tannine, die natürlich noch etwas fordernd wirken, kirschig-zitroniger Nachhall, dezenter vegetaler Touch im Abgang, Weichseln im Rückgeschmack, sehr viel versprechender, frischer Jungwein mit mineralischen Akzenten. (03/08)

97
 Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe. In der Nase intensive Herzkirschen-Weichselfrucht, feine Holzwürze, ein Hauch von Nougat und Karamell, feine Vanillenote, ganz zart nach Lakritze, ätherische Highlights, ein zarter Kardamomtouch, suggestives Bukett. Am Gaumen stoffige Brombeerfrucht, herrliche Extraktsüße, perfekt integrierte Tannine, finessenreicher Säurebogen, reife Kirschen, mineralischer Nachhall, sehr überzeugende Länge, feine tabakige Nuancen, im Abgang noch ein Touch von schwarzem Tee, jedoch ohne Adstringenz, ein fein verwobener Vin de Garde. Ein Wein, der für den opulenten Jahrgang eine ganz erstaunliche Eleganz und Frische aufweist. ! Lagern +30 (05/09)

97
 Entspricht ganz dem ersten Eindruck: Dunkles Rubingranat, violette Reflexe. In der Nase frische schwarze Kirschen, Gewürznelken, Lakritze, Räuchernoten, ungemein frisch. Stoffig, muskulös, feiner Säurebogen, mineralisch und lange, das kraftvolle Tannine ist nun in den Wein bereits eingewachsen, schokoladiger Nachhall, Riesenpotenzial.
 ! Lagern +30 (10/10)

98 Masseto 2007
 Einem sehr milden Winter mit sehr wenig Niederschlägen folgte eine um zehn Tage frühere Blüte wie üblich. Einem guten vegetativen Start folgte ein sehr heißer und trockener Juli, ein etwas kühlerer August und ein nahezu perfekter September. Der biologische Säureabbau fand bereits im neuen Holz statt, der Wein wurde zwei Jahre ausgebaut, nachdem er nach einem Jahr assembliert wurde. Ein weiterer großer Masseto ist geboren.

98
 Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe. In der Nase einladende, süße Amarenakirschen, zart nach Nougat, Edelhölzer und tabakige Anklänge, ein Hauch von Kokos und Vanille, sehr facettenreich. Kraftvoll, präsente Tannine, die noch etwas im Vordergrund stehen, schokoladige Nuancen, bleibt sehr gut haften, noch fast embryonal, großes Entwicklungspotenzial, dunkle Beerenfrucht im Nachhall. Wirkt jetzt noch etwas unspektakulär, wird sich aber zu einem echten Klassiker entwickeln.
! Lagern +30 (10/10)

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