Riedels bestes Vintage-Glas
Charles Symington, Spross eines der bekanntesten Portweinhäuser und Winemaker für Graham’s Port wollte es nun einmal genau wissen. Gläser, die als vorbildlich für den Genuss von Portwein bezeichnet werden, gibt es zahlreich. Welche Form ist es aber tatsächlich, die diesen kraftvollen, edlen Weintypus eines Vintage Ports am besten abbildet?
Um dieser essentiellen Frage auf den Grund zu gehen, reiste Georg Riedel nach Portugal, um in Porto gemeinsam mit führenden 18 Portweinerzeugern und einigen Weinkritikern die Probe aufs Exempel zu machen. In diesem Fall stand ausnahmsweise nicht die Qualität des Inhaltes eines Glases zur Debatte, sondern die Frage, welches von 16 ausgewählten Gläsern durch Form und Funktion den Vintage Port in all seinen Facetten am besten zur Geltung bringen kann.
Man versammelte sich zu diesem Zweck im altehrwürdigen Factory House von Porto, wo zunächst Georg Riedel eine kurze Einführung in die bevorstehende Probe gab. „Die spezielle Form eines Glases kann wie ein Lautsprecher für den Wein wirken, sie verstärkt die Intensität der Aromen und kann schlussendlich sogar den Eindruck des Genießers beeinflussen, wenn es um Komponenten wie Alkoholgrad, Süße oder Trockenheit und das Mundgefühl im Allgemeinen geht“, führte Riedel aus, bevor man sich an die praktische Übung machte.
In der ersten Runde ging es darum, aus 16 Gläsern jene acht auszuscheiden, die diesen Anforderungen subjektiv am wenigsten entsprachen, in der nächsten Runde wurden vier der verblieben acht aus dem Rennen genommen. Zu den verbliebenen vier Gläsern von Riedel wurden nun vier Gläser von Mitbewerbern der österreichischen Glashütte gestellt. Und wiederum wurden vier Produkte ausgeschieden. Im nächsten Schritt blieben schließlich nur zwei Produkte übrig, die sich als ganz besonders gut für den Genuss von Vintage Port eignen.
Bemerkenswert ist, dass in der Runde mit den Gläsern aus fremder Produktion die vier im Rennen verbliebenen Riedel Gläser den Vorzug der Experten bekamen. Drei der Portgläser der Mitbewerber wurden einstimmig hinaus gevotet, ein einziges kam der Sache schon näher.
Von den vier übrig gebliebenen Gläsern, allesamt aus dem Hause Riedel, wurde in der Finalrunde das Weißweinglas aus der Serie Ouverture, entwickelt 1989 hinaus gewählt. Georg Riedel wies explizit darauf hin, dass ein Weißweinglas eine gute Wahl wäre, wenn kein spezielles Portwein-Glas zur Hand ist. Tatsächlich ist dieses Glas einer seiner persönlichen Favoriten, wenn es um Portwein geht: „Es präsentiert den Port weniger intensiv, aber dafür mit größerem aromatischen Facettenreichtum, gibt ihm eine stoffigere Textur, verleiht ihm einen trockenen Geschmack und bietet ein wunderbares Mundgefühl“. so Riedel. Die zweite Elimination betraf das Portwein-Glas der Serie Vinum, welches 1991 nach einer ähnlichen Probe mit den Winemakers entwickelt worden war.
Am Ende stand ein Unentschieden. Ein Ergebnis mit dem Glasmacher Georg Riedel nur allzu gut leben kann. Denn die beiden besten Produkte für den uneingeschränkten Vintage-Portgenuss sind laut Meinung der führenden Experten: das Sommelier Vintage Port Glas, dass im Jahre 1992 entworfen wurde und als mundgeblasenes Bleikristallglas in Handarbeit gefertigt wird. Es teilt sich den ersten Platz mit dem in identer Form hergestellten Produkt dass mit der Maschine und aus bleifreien Glas erzeugt wird.
Georg Riedels Fazit: „Es hat sich einmal mehr bewiesen, dass die Eindrücke des Konsumenten ausschließlich von der Form und der Dimension eines Glases beeinflusst werden, der Bleigehalt spielt dabei nicht die geringste Rolle.“ Auch die Teilnehmer der Probe, die in etwa 90% des jährlich erzeugten Vintage und Premium Ports repräsentierten stimmten darüber völlig überein, dass genau diese Form von Glas die beste ist, um ihre feinen Portweine beim Konsumenten ins rechte Licht zu setzen.
